Mein Kind hat eine Allergie – Tipps für die Einschulung

Der erste Schultag – das bedeutet fürs Schulkind Spannung und Vorfreude. Für die Eltern heißt es auch ein bisschen „Loslassen“, da vom Nachwuchs jetzt mehr Selbstständigkeit verlangt wird. Leidet das Kind an ausgeprägten Allergien, fällt dieser Schritt vielleicht besonders schwer. Damit der Schulstart gut verläuft, können Eltern aber einiges tun.

  • Informieren Sie
    …Lehrer und Schulleitung

Erklären Sie, welche Allergie Ihr Kind hat und wie ausgeprägt sie ist. Legen Sie eine ärztliche Bescheinigung vor, um klarzustellen, dass es sich nicht um eine Selbstdiagnose handelt. Überlegen Sie gemeinsam, wie sich der Kontakt mit den Auslösern vermeiden lässt und schaffen Sie Verständnis für besondere Bedürfnisse. Einige praktische Beispiele:

Kann für ein Kind mit schwerer Nussallergie eine Schachtel mit nussfreien Süßigkeiten in der Klasse aufbewahrt werden, aus der es sich etwas nehmen darf, wenn an Geburtstagen Kuchen verteilt wird?

Ist im Sportunterricht ausreichende Erwärmung und Intervall-Training möglich, damit ein Kind mit schwerem allergischem Asthma unbeschwert teilnehmen kann?

Wird Rücksicht genommen, wenn das Kind wegen starkem Heuschnupfen saisonal nicht voll leistungsfähig ist?

Weitere Anregungen für das Gespräch und Informationen zum Thema Nachteilsausgleich hat das Netzwerk „Schule und Krankheit“ zusammengestellt. Tipps zum Thema Klassenfahrt finden Sie hier.

  • Informieren Sie
    …Schulcaterer/Schulköche

Für die Anbieter von Schulverpflegung besteht keine Verpflichtung, Speisen für Schulkinder mit Nahrungsmittelallergien bereitzustellen. Dennoch sind viele Einrichtungen auf Allergiker eingestellt. Informieren Sie die Caterer/Köche mit einem Attest über die entsprechende Allergie. In der ärztlichen Bescheinigung sollten alle Allergene bzw. Lebensmittel genannt sein, die das Kind nicht verträgt.

  • Informieren Sie
    …andere Eltern

Hat das Kind eine schwere (Nahrungsmittel-)Allergie, empfiehlt es sich, auch Mitschüler und deren Eltern darüber aufzuklären. Am Elternabend und/oder in einem Elternbrief können Sie darlegen, welche Nahrungsmittel Ihr Kind meiden muss und welche Reaktion sie hervorrufen. Werben Sie dafür, bei Geburtstagen keine Süßigkeiten, sondern kleine Mitbringsel wie Aufkleber o. ä. mitzugeben und bei Beiträgen zu Buffets auf die entsprechenden Nahrungsmittel zu verzichten. Tipps dazu haben wir hier.

  • Stärken Sie Ihr Kind

Erklären Sie Ihrem Kind, auf welche Allergene es reagiert und wie es mit ihnen in Kontakt kommt. Wenn es genau versteht, warum etwa ein Schulbrottausch bei Nahrungsmittelallergie problematisch ist, kann es leichter darauf verzichten. Helfen Sie Ihrem Kind, Strategien zum sicheren Umgang mit Allergieauslösern bzw. Lebensmitteln zu entwickeln. Unterstützen Sie es dabei, sich selbst zu behaupten und für seine Belange einzustehen. Klären Sie, an wen es sich wenden soll, wenn es sich unwohl fühlt. Bei Anaphylaxie oder starkem Asthma: Stellen Sie sicher, dass es Notfallmedikamente bei sich hat und weiß, wie es sie anwendet.

  • Sorgen Sie für den Notfall vor
    …Anaphylaxie

Besitzt ihr Kind aufgrund seiner schweren Allergie ein Notfallset, sollten auch die Betreuer in der Schule eine anaphylaktische Reaktion erkennen und Medikamente verabreichen können. Verständlicherweise haben viele Menschen Bedenken, beim Hantieren mit einem Adrenalin-Injektor Fehler zu machen. Da Lehrkräfte zwar erste Hilfe leisten müssen, aber rechtlich nicht zur Medikamentengabe verpflichtet sind, können Sie nur um ihre Unterstützung bitten. Eventuell lassen sich die Bedenken ausräumen, wenn Sie eine Haftungsausschlusserklärung unterschreiben, mit der Sie die Betreuer von der Haftung bei der Hilfeleistung befreien. Bieten Sie eine Schulung an, in der Sie die Pädagogen genau über die Anzeichen einer Anaphylaxie und über die konkreten Maßnahmen informieren. Eventuell kann die Schulung auch ein Arzt oder eine Ärztin übernehmen. Auf jeden Fall sollte ein ärztliches Attest mit Infos zur Medikamentengabe vorliegen. Sorgen Sie zudem dafür, dass ein Notfallplan mit einem Foto des Kindes  an einer zentralen Stelle aufgehängt wird. Auch das Notfallset sollte an einem für alle Betreuer zugänglichen Ort aufbewahrt werden. Weitere Informationen finden sich in unserer Broschüre „Anaphylaxie in der Schule“.

  • Sorgen Sie für den Notfall vor
    …Asthma

Leidet Ihr Kind unter schwerem allergischem Asthma, sollten die Betreuer die Auslöser kennen und wissen, was bei starkem Husten oder Atemnot zu tun ist. Bieten Sie eine Schulung an und besprechen Sie das stufenweise Vorgehen im Notfall. Auch hier gibt es einen ausdruckbaren Notfallplan, an den sich das Schulpersonal halten kann.  Unseren Ratgeber für Pädagogen und Eltern zu Asthma in der Schule finden Sie hier.


Wie sich der Schulalltag trotz schwerer Allergie gut meistern lässt, darüber haben wir mit einem betroffenem Vater gesprochen. Bei seinem Sohn Luis wurde im Alter von vier Jahren eine ausgeprägte Erdnussallergie festgestellt. Inzwischen geht Luis in die Grundschule – die Allergie steht dabei nicht im Vordergrund. Lassen Sie sich von den Erfahrungen der Familie ermutigen!

Wir wünschen Ihrem Kind einen guten Schulstart!