Was kommt in die Reiseapotheke?

Fieber, Durchfall, Zerrung – wer denkt bei der Urlaubsplanung schon an Unfall oder Krankheit? Doch gerade Menschen mit Allergien sollten vorsorgen, um vor Ort nicht auf unverträgliche Arzneimittel angewiesen zu sein. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie beim Packen der Reiseapotheke achten können.

Kaufen Sie am besten kein fertiges Set, sondern stellen Sie die Reiseapotheke selbst zusammen. Nehmen Sie Medikamente mit, die sie in der Vergangenheit bereits gut vertragen haben.

Im Zweifel können Sie die Auswahl mit ihrem Arzt besprechen. Geht es zu exotischen Reisezielen, ist eine tropenmedizinische Beratung sinnvoll.

Packliste

  • Je nach Art und Schwere der Allergie: Antihistaminika, Cromone, Kortikoide, Beta-2-Sympathomimetika, Anaphylaxie-Notfallset
    Denken Sie daran: Auch neuere Antihistaminika können möglicherweise müde machen und die Fahrtauglichkeit herabsetzen. In Verbindung mit Jet-Lag und ungewohnten Verkehrssituationen kann das problematisch sein.
  • Gegen Schmerzen und leichtes Fieber: nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel
    Tipp: Bei Asthma können die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und Diclofenac die Beschwerden verschlimmern, hier besser auf Paracetamol ausweichen.
  • Hautschutz abhängig vom Reiseziel: Sonnenschutz, Mückenschutz, Zeckenschutz/-karte
    Tipp: Bei Neigung zu Kontaktallergien sollten Sie auf duftstofffreie Mittel achten. Bei Mückenschutz (Repellents) empfiehlt es sich, diese vorher zu Hause auf Verträglichkeit zu testen. Bei empfindlicher Haut wird möglicherweise die Substanz Icaridin besser vertragen als der Wirkstoff DEET.
  • Weitere Medikamente je nach Zielort
    Medikamente gegen Durchfall, eventuell auch isotones Elektrolyt-Pulver und Präparate zur Wasserdesinfektion, krampflösende Medikamente gegen Koliken, Mittel gegen Schnupfen und Halsschmerzen, Salbe gegen Verstauchungen und Prellungen
  • Empfehlenswert ist außerdem ein Erste Hilfe-Set
    mit Einmalhandschuhen (Latexfrei bei Latexallergie), Wunddesinfektionsmittel, Wund- und Fixierpflaster (Kautschukfrei bei Latexallergie) sterilen Kompressen (7,5×7,5 cm), Fixierpflaster, Mullbinden (8cm), elastischen Binden (8cm), Dreieckstuch, Schere, bruchsicherem Fieberthermometer

Transport

Notfallmedikamente und Arzneien, die regelmäßig eingenommen werden müssen, gehören unbedingt ins Handgepäck. Wer mehrere Tagesdosen mitnimmt, hat vorgesorgt, falls der Koffer verlorengeht. Um am Flughafen bei der Gepäckkontrolle keine Unannehmlichkeiten zu erleben, sollten Sie ein ärztliches Attest bereithalten (z.B. für ein Anaphylaxie-Notfallset). Wer viele Medikamente oder Schmerzmittel benötigt, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, braucht eventuell auch für Zollkontrollen eine ärztliche Bescheinigung. Informationen dazu liefert das Auswärtige Amt.

Lagerung

Viele Medikamente sind hitze- oder kälteempfindlich. Werden beispielsweise Asthmasprays in der direkten Sonne gelagert, kann sich die Wirksamkeit verändern. Auch die meisten Adrenalin-Autoinjektoren sollten nicht dauerhaft Temperaturen über 25 Grad ausgesetzt sein (Hinweis auf eine verminderte Wirksamkeit kann eine Trübung der Flüssigkeit sein). Wenn Sie empfindliche Medikamente bei Hitze länger transportieren müssen, verwenden Sie Kühlelemente. Vermeiden Sie dabei den direkten Kontakt zwischen Kühlakku und Medikament. Im Auto verstauen Sie die Arzneien am besten unter dem Beifahrersitz, im Hotelzimmer im Kühlschrank.

Weitere Tipps

  • War die Reiseapotheke bereits öfters mit im Urlaub, sollten Sie die Haltbarkeit der Medikamente prüfen.
  • Beipackzettel – am besten getrennt von der Reiseapotheke aufbewahrt – vereinfachen das Nachkaufen oder die Suche nach ähnlichen Medikamenten.
  • Nehmen Sie einen Reiseallergiepass, Impfpass und die Telefonnummer des behandelnden Arztes in Deutschland mit.
  • Unter Umständen kann auch ein Wörterbuch zu Nahrungsmittelallergien oder das Laden einer Übersetzer-App sinnvoll sein.