Was sollte ich über Henna-Tattoos wissen?

Ein beliebtes Urlaubssouvenir sind Henna-Tattoos, die Straßenkünstler auf Hände oder Füße malen. Da die Farbe nach einigen Wochen verblasst und das Auftragen nicht schmerzt, scheinen sie gerade für Kinder geeignet zu sein. Allerdings ist die temporäre Körperbemalung nicht unbedenklich – sie kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Schuld an der Kontaktallergie ist nicht das Henna selbst. Das Pulver stammt aus den Blättern des Hennastrauchs und färbt – mit Wasser zur Paste angerührt – die Haut orange-braun. Traditionell lassen sich viele Bräute in Indien, Marokko und Ägypten die Hände und Füße mit filigranen Henna-Symbolen verzieren. Damit die Muster mehrere Tage zu sehen sind, muss die Paste aber viele Stunden einwirken.

Kaum ein Tourist will im Urlaub stundenlang auf das Färbeergebnis warten. Um die Einwirkzeit zu verkürzen und die Farbe zu intensivieren, verwenden Straßenkünstler oft Henna-Pulver dem die Substanz para-Phenylendiamin (PPD) zugesetzt ist. PPD erzeugt einen schwarzen, rasch kolorierenden Farbstoff. Der Nachteil: Er wirkt stark sensibilisierend. Das heißt: Hat das Immunsystem bei einem früheren Kontakt mit PPD die Substanz (unbemerkt) als bedrohlich eingestuft, kann es bei erneutem Kontakt (Tattoo) zu einer sichtbaren allergischen Reaktion kommen. Zeitverzögert, frühestens 24 bis 72 Stunden nach dem Aufbringen der Farbe, schwillt die Haut an, rötet sich und juckt. Oft entstehen Bläschen, die aufplatzen und nässen. Beim Abheilen bleiben eventuell Narben zurück.

Selbst wenn die Haut sich nicht entzündet, kann das Tattoo zum Auslöser einer Allergie gegen PPD werden – mit weitreichenden Konsequenzen. Besteht einmal eine Sensibilisierung gegen PPD, müssen Betroffene künftig Produkte mit der Substanz meiden. Nicht unkompliziert, da PPD weit verbreitet ist. Es findet sich in dunklen Farbstoffen in Leder und Textilien, aber auch in Druckfarben und Haarfärbemitteln. Zudem sind Allergien auf verwandte Substanzen in Schwarzgummi (Reifen, Fahrrad-/Werkzeuggriffe) möglich, sowie Kreuzreaktionen auf anderen (Azo-) Farbstoffe oder Arzneimittel (Sulfonamide, Benzocain).

Um dieses Gesundheitsrisiko zu vermeiden, sollte man besser auf Henna-Tattoos verzichten. Zwar darf PPD in der Europäischen Union kosmetischen Hautfarben nicht zugesetzt werden. Ob das Verbot aber immer eingehalten wird, ist schwer zu erkennen. Zudem gilt es nicht in Ländern außerhalb Europas.