Wanja: Definitiv. Ich verbinde viele positive Erfahrungen mit diesem Jahr. Besonders vermissen werde ich das gute Arbeitsklima und die netten Kollegen. Sie haben mich von Anfang an eingebunden und ziemlich schnell als vollwertigen Mitarbeiter angesehen. Kein Wunder: Bei der Stiftungsarbeit zählt ja auch jede helfende Hand und der Teamgeist ist enorm wichtig, damit man auch nach außen einen positiven Eindruck macht.
Florian: Ich habe mich auch ziemlich schnell zu Hause gefühlt. Besonders toll fand ich, dass ich schon früh Verantwortung übernehmen konnte. Ich habe nämlich Wanja, der einen Monat später als ich dazukam, in unsere täglichen Aufgaben eingeführt. Das war natürlich auch für das eigene Selbstbewusstsein ganz gut. Später habe ich dann aber wiederum auch viel von Wanja gelernt, vor allem im Bereich Computer und Statistikerstellung.
Florian: Die Aufgaben waren sehr abwechslungsreich, ich habe zum Beispiel die Pressestelle bei der täglichen Medienauswertung und Recherche unterstützt, Präsentationen vorbereitet aber auch ganz normale Büroaufgaben wie zum Beispiel Kopieren oder Botengänge übernommen. Besonders froh bin ich darüber, die ECARF-Präsenz auf Facebook und Twitter vorangetrieben zu haben.
Wanja: Florian und ich waren unter anderem für die Pollenfalle auf dem Dach der Charité zuständig und haben täglich den Pollenflug abgelesen, also geschaut, welche und wie viele Pollen darin hängen bleiben. Gerade die Arbeit für den Lungenexperten Professor Bergmann hat mir viel Spaß gemacht. Ich habe nicht nur für Studien recherchiert und Statistiken erstellt, sondern war auch live bei Versuchen mit dabei. Einmal haben wir zum Beispiel 60 T-Shirts mit Pollen und Katzenhaaren in der Waschmaschine gewaschen und untersucht, wie viele von den Haaren noch haften bleiben. Ich wusste gar nicht wie hartnäckig diese Allergene sind!
Wanja: Vor allem waren es die ersten Erfahrungen überhaupt im Berufsleben, an das man sich natürlich erst einmal gewöhnen muss. Erst ist diese Unsicherheit da, all die neuen Dinge und man will bloß keine Fehler machen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass die Kollegen ein offenes Ohr für mich haben, und wenn Fehler passierten, dann haben wir einfach darüber geredet und beim nächsten Mal klappte es besser. Für mich persönlich war es das schwierigste, Prioritäten zu setzen. Im Laufe der Zeit habe ich dann aber gelernt, mich besser zu organisieren.
Florian: Ja, das stimmt, am Anfang kann man sich schon manchmal überfordert fühlen. Für mich war es aber weniger das Problem, Prioritäten zu setzen, als vielmehr einzuschätzen, wie lange ich für etwas brauche. Am Anfang habe ich bei vielen Aufgaben immer gedacht: "Das schaffst du doch locker in einer Stunde." Wenn aber zum Beispiel am Vortag viele Presseberichte über ECARF erschienen sind und ich morgens immer wieder Anrufe annehmen muss, dauert es mit dem Pressespiegel mitunter etwas länger. Manchmal sollte man also etwas mehr Zeit einplanen, nicht zuletzt auch um ein gutes Ergebnis zu erreichen.
Wanja: Einmal haben wir hier am Allergie-Centrum-Charité einen "Allergy Day" veranstaltet, an dem wir Schüler einer internationalen Schule über Allergien aufgeklärt haben. Es hat mich selbst erstaunt, wie viel ich zu dem Thema schon wusste und den Kindern vermitteln konnte. Dass das Ganze auch noch in Englisch stattfand, war eine zusätzliche Herausforderung. Die Kinder waren wirklich interessiert und haben mich Löcher in den Bauch gefragt.
Florian: Bei mir war es vor allem eine Stadtrundfahrt, die ich für Gastärzte aus Indien mit organisiert und begleitet habe. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit einem Mikrofon in einem Reisebus stehe und indischen Gästen auf Englisch die Stadt erklären würde. Man muss sich manchmal einfach trauen und wenn es vorbei ist, kann man auch stolz auf sich sein.
Florian: Sie sollten offen für Neues sein, sich am Anfang nicht entmutigen lassen und immer daran denken, dass sie hier freiwillig sind, um etwas fürs Berufsleben zu lernen. Die Aufgabenfelder sind wie gesagt unglaublich vielfältig, aber spätestens nach zwei Monaten hat man sich eingearbeitet und (lacht) auch an die Arbeitszeiten gewöhnt.
Wanja: Man wächst ja mit seinen Aufgaben, wie es so schön heißt. Je mehr man sich mit der Arbeit identifizieren kann, desto mehr Spaß macht sie auch. Am Ende des Jahres wird sich der ein oder andere wundern, wie schnell das ganze vorbei ist, besonders, wenn man so viel Neues erlebt. Ich kann den neuen FSJ-lern nur empfehlen: Setzt euch selbst nicht zu sehr unter Druck, haltet Augen und Ohren offen und fragt, fragt und fragt!
Wanja: Ich werde ab dem Wintersemester BWL oder Amerikanistik studieren. Dafür bin ich durch das FSJ bei ECARF sicherlich gut vorbereitet worden, vor allem, weil ich gelernt habe, mich mit schwierigen Themen und Texten zu beschäftigen und Prioritäten zu setzen. Auch wenn ich glücklicherweise selbst nicht an Allergien leide, werde ich mich natürlich weiter über das Thema informieren und regelmäßig auf die ECARF-Homepage schauen.
Florian: Ich werde mein Jurastudium beginnen und dabei sicherlich auch sehr von meinen Erfahrungen im FSJ wie zum Beispiel dem richtigen Zeitmanagement profitieren. Was die Verbundenheit zu ECARF betrifft: Wir wären sicher nicht die ersten FSJ-ler, die nach Abschluss ihres Freiwilligen Sozialen Jahres noch einmal besuchsweise wiederkommen. Aber auch sonst werden wir natürlich beim Thema Allergien am Ball bleiben und bestimmt den einen oder anderen dafür interessieren können.
Die Fragen stellte Andreas Aumann.

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Die Neurodermitis-Patientin Sonja Kohn forderte in einer Petition an den Deutschen Bundestag, ihre Krankheit wieder als schwerwiegendes Leiden einzuordnen. Hintergrund: Bis zum Jahr 2004 wurden basistherapeutische Medikamente von den Krankenkassen bezahlt. Mit der sogenannten OTC-Regelung wurden sie frei verkäuflich. Neurodermitis-Patienten müssen seither die hohen Ausgaben für die basistherapeuthischen Arzneimittel selbst tragen. Nun wird die Petition vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft.
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