Warum eine Allergiestiftung?

Hintergrund

Mangelnde Therapie und Bagatellisierung

Die allergische Rhinitis ist von der WHO als eine wesentliche chronische Erkrankung der Atemwege definiert worden. Trotzdem besteht die Neigung, Allergien in der Öffentlichkeit und in der Gesundheitsversorgung nach wie vor zu bagatellisieren.

Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie werden nur zehn Prozent der betroffenen Patienten mit Atemwegsallergien korrekt therapiert. Ein Fortschreiten der Erkrankung ist die Folge. So entwickeln beispielsweise 40 Prozent der Patienten mit einer unbehandelten allergischen Rhinitis im Laufe der Zeit ein allergisches Asthma.

Neben einer Bagatellisierung stellt sich jedoch auch eine Fehleinschätzung der Auslöser als ein Problem in der Öffentlichkeit dar. So werden Inhalationsallergene unterschätzt, die Bedeutung von Nahrungsmitteln als Auslöser von Allergien jedoch tendenziell überschätzt.

Da der Allergologie auch in der medizinischen Regelausbildung an vielen Universitäten in der Lehre und der Klinik oft nur ein geringer Stellenwert eingeräumt wird, entstehen Wissensdefizite unter Betroffenen, wie auch unter Ärzten.

Spezielle Zentren für Allergien werden daher in Deutschland und auf europäischer Ebene dringend benötigt.

Sozioökonomische Bedeutung

Nicht nur die gesundheitlichen Auswirkungen und Folgekosten durch mangelhafte Therapie, auch die volkswirtschaftlichen Schäden durch allergiebedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz und vor allem durch eine reduzierte Leistungsfähigkeit in Schule und Beruf sind erheblich.

Hier sehen Sie eine Beispielrechnung der in Europa entstehenden Kosten durch Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit bei Atemwegsallergien.

 

Angestellte in Europa, die an Atemwegs-allergien leiden (20-35%)

90 % werden nicht korrekt behandelt

Durch-schnittlicher Arbeits-verlust pro Angestellter (in h)

Gesamtsumme Arbeitszeit-verlust pro Jahr (in h)

Gesamtsumme Kosten pro Jahr
(bei 30,00 € pro Arbeitsstunde)

Minimum: 60 Tage Symptome, 10% Leistungsminderung

39,6 Mio.

35,6 Mio.

34,30

1,2 Mrd.

36,7 Mrd.

Maximum: 120 Tage Symptome, 30% Leistungsminderung

69,3 Mio.

62.4 Mio.

205,80

12,8 Mrd.

385,1 Mrd.

 

Beispielrechnung für Erwerbstätige in Europa: 198 Millionen, davon ca. 20-35% Atemwegsallergiker, Stand 2005 (Eurostatistic) Die Rechnung basiert auf folgenden Voraussetzungen: 5 Arbeitstage / 40 Stunden Arbeit pro Woche 30,00 € pro Arbeitsstunde gemäß Eurostatistics, alle allergischen Symptome, die zwischen 60-120 Tagen und darüber liegen, miteinbezogen (wenn der Patient gegenüber Baum- und Graspollen empfindlich ist 180 Tage, bei Milben 365 tage)
nur 10% der Patienten werden medizinisch korrekt behandelt Verminderung der kognitiven Funktionen um 10% - 30% (verfügbare Daten bezeugen 30% Verminderung)

Wichtige Zahlen

  • 73 Mio. Arbeitstage krankheitsbedingter Ausfall pro Jahr in den USA
  • 100 Mrd. Euro jährliche Kosten in der EU nach aktuellen Schätzungen vermutet
  • 30 Prozent Reduktion der Leistungsfähigkeit bei allergischer Rhinitis

Diese Kosten sind größtenteils vermeidbar durch rechtzeitige Diagnostik und Therapie.

Einen Beispielrechner für die durch Allergien anfallenden Kosten finden Sie hier:

Beispielrechnung für Ihren Betrieb

Damit Sie sich ein Bild machen können, inwiefern Sie als Unternehmer betroffen sind, stellen wir hier ein Formular für Sie bereit, dass schnell aufzeigt, welch ökonomischer Schaden Jahr für Jahr durch die an Allergien erkrankten Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen entstehen.

Bei korrekter Therapie ist dieser Schaden vermeidbar.

Startet den Datei-DownloadRechner im Excel-Format (zum Speichern: Rechtsklick -> Ziel speichern unter...)

Sollten Sie Excel nicht installiert haben, können Sie sich den kostenlosen Microsoft Excel Viewer Opens external link in new windowhier herunterladen.

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Die Neurodermitis-Patientin Sonja Kohn forderte in einer Petition an den Deutschen Bundestag, ihre Krankheit wieder als schwerwiegendes Leiden einzuordnen. Hintergrund: Bis zum Jahr 2004 wurden basistherapeutische Medikamente von den Krankenkassen bezahlt. Mit der sogenannten OTC-Regelung wurden sie frei verkäuflich. Neurodermitis-Patienten müssen seither die hohen Ausgaben für die basistherapeuthischen Arzneimittel selbst tragen. Nun wird die Petition vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft.

Hier kommen Sie zur Pressemeldung.

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