Hyposensibilisierung - Was ist Fakt und was Fiktion?

Hyposensibilisierung – Was ist Fakt und was Fiktion?

Die Hyposensibilisierung ist nach wie vor die einzige Therapieform, die Allergien heilen kann. Leider tragen Vorurteile oder falsche Vorstellungen dazu bei, dass sich zu wenig Betroffene für diese Behandlung entscheiden. Das ist bedauerlich – denn die Erfolge der Hyposensibilisierung können sich sehen lassen.

Pollenallergiker können z.B. mit Heilungsraten von bis zu 90 Prozent rechnen und damit gleichzeitig ihr Asthma-Risiko senken. Voraussetzung ist, dass die Therapie genügend lange durchgeführt wird. Die Hyposensibilisierung wurde in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt – Zeit, mit falschen Vorurteilen aufzuräumen. Machen Sie den Test! Was wissen Sie über das Thema Hyposensibilisierung?

Ob Sie richtig oder falsch liegen, erfahren Sie hier.

Hyposensibilisierung – was ist das eigentlich?

Die Hyposensibilisierung, auch Desensibilisierung oder spezifische Immuntherapie genannt, ist für viele Allergiker die derzeit einzige Therapieform, die echte Chancen auf Heilung bietet. Bei der Hyposensibilisierung macht man sich den Umstand zu Nutze, dass das körpereigene Immunsystem, das versehentlich gegen einen an sich harmlosen Stoff wie z. B. Pollen reagiert, wieder auf den Ausgangszustand zurückprogrammiert werden kann.

Hierzu werden dem Körper die Stoffe, auf die er fälschlicherweise allergisch reagiert, in niedriger Konzentration und in etwas veränderter Form kontrolliert zugeführt. Das Immunsystem wird so nach und nach wieder an das auslösende Allergen gewöhnt.

Die Hyposensibilisierung als Therapieform wurde bereits vor kapp 100 Jahren von dem englischen Arzt und Forscher Leonard Noon einwickelt. Noon verabreichte erstmals mit Erfolg Injektionen von Pollenallergenen bei einem Patienten, der unter dem damals noch seltenen Heuschnupfen litt. Mit dem sprunghaften Anstieg allergischer Erkrankungen innerhalb der letzten 20 bis 30 Jahre stieg auch der Bedarf an wirkungsvollen Therapien. Die Hyposensibilisierung wurde breiter erforscht und kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Hyposensibilisierung hat sich weiterentwickelt – Zeit, mit falschen Vorurteilen aufzuräumen

Heute können Ärzte und Patienten zwischen der Therapie mit Spritzen (subkutan = unter die Haut gespritzt) oder mit Tropfen/Tabletten, die unter die Zunge (= sublingual) gegeben werden, wählen. Die Behandlung ist hierdurch deutlich sicherer und effektiver geworden als sie es noch vor 20 Jahren war. Grund genug, mit hartnäckigen Vorurteilen über diese Therapieform aufzuräumen. Wir haben für Sie wahre und falsche Aussagen über die Hyposensibilisierung zusammengetragen.

Hier können Sie Ihr Wissen testen!

 

Fachbegriffe kurz erklärt:  

subkutane Immuntherapie (SCIT): Hyposensibilisierung, die mit Spritzen (subkutan) durch einen Arzt durchgeführt wird.  

sublinguale Immuntherapie (SLIT): Hyposensibilisierung mit Tropfen oder Tabletten, die unter die Zunge gebracht werden. Nach der Einstellung beim Arzt wird diese Therapie dann zuhause vom Patienten selbst fortgeführt.  

standardisierte Allergenextrakte: bei biologisch standardisierten Allergenen für die Therapie mit Spritzen, mit Tropfen oder mit Tabletten wird die „allergene Potenz“ durch Untersuchungen an entsprechend allergischen Patienten geprüft. Allergenextrakte gibt es als Fertigarzneimittel (mit Arzneimittelzulassung) und als individuelle Rezepturen.  

Allergoide: Allergoide sind chemisch veränderte Allergene. Es gibt sie nur für die Immuntherapie mit Spritzen (subkutan). Hierzu werden natürliche Allergene in einem speziellen Verfahren durch Zugabe von Formaldehyd oder Glutaraldehyd zu großen Molekülen vernetzt. Hierdurch sinkt die Nebenwirkungsrate der Behandlung.  

symptomatische Therapie: Behandlung mit Arzneimitteln, die nur die Symptome lindern (z.B. Antihistaminika).

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