Hilfe, es werden keine Hühnereier vertragen – und jetzt? Wie ersetze ich das Hühnerei?

Eier sind ein fester Bestandteil der meisten Speisepläne. Hühnereier sind beliebt bei Groß und Klein und wir verwenden sie vielseitig. Doch was tun, wenn Hühnereier plötzlich vom Speiseplan gestrichen sind?

Sind die Rühreier ab sofort beim Sonntagsbrunch gestrichen? Gibt es keine Frikadellen mehr, weil diese ohne Ei nicht binden? Was ist mit dem geliebten Käsekuchen? Fragen über Fragen.
Der Verzicht von Hühnerei wird oft als große Herausforderung empfunden. Deshalb zeigen wir in diesem Artikel, dass sich Hühnerei auf vielfältige Weise ersetzen lässt und mit ein bisschen Kreativität dem Käsekuchen, der Frikadelle und sogar dem Rührei nichts im Wege steht.

Zunächst unterscheiden wir zwischen Hühnerei-Allergie und Intoleranz. Liegt eine Allergie vor, so muss das Hühnerei in der Regel komplett vom Speiseplan verbannt werden. Durch eine individuelle allergologische Diagnostik kann jedoch eine Verträglichkeit von zum Beispiel verbackenem Hühnerei überprüft werden. Liegt eine individuelle Intoleranz vor, wird häufig das Hühnerei an sich oder das Eiweiß vom Hühnerei nicht vertragen jedoch das Eigelb. Hier können die Eier von anderen Tieren als gute Alternative dienen.

In heutigen Zeiten verfügen wir über eine relativ breite Auswahl an Alternativen zum Hühnerei. Im Angebot sind:

  1. Tierische Ei-Alternativen
  2. Pflanzlicher Ei-Ersatz zum Selbermachen
  3. Industrielle Ei-Ersatz-Produkte

1. Tierische Ei-Alternativen

Nicht nur das Huhn legt Eier. Auch Wachteln, Gänse, Enten und der Vogelstrauß legen Eier, durch die wir das Hühnerei ersetzen können und zwar wie folgt:

raw quail eggs quail eggs on a table

4 Wachteleier
5 Wachteleier
ersetzen 1 Hühnerei Gr. M
1 Hühnerei Gr. L
1 Entenei ersetzen >circa 2 Hühnereier
1 Gänseei ersetzen circa 3 Hühnereier
1 Straußenei ersetzen circa 15 Hühnereier

Geschmacklich kommen die Wachteleier den Hühnereiern am nächsten. Sie sind mild im Geschmack. Enten-, Gänse- und Straußeneier sind etwas intensiver im Geschmack. Alle 4 Hühnerei-Alternativen lassen sich wie Hühnereier verarbeiten. Das hartgekochte Eiweiß der Gänse- und Straußeneier wird glasig und nicht so weiß wie bei Hühner- oder Wachteleiern. Unsere Erfahrung zeigt, dass Kinder Wachteleier sehr gerne mögen.

Eier von Wachteln, Enten, Gänsen und Strauß sind auf Wochenmärkten erhältlich, direkt beim Bauern oder auch über das Internet zu beziehen. Wachteleier werden häufig im Supermarkt angeboten oder können dort bestellt werden.

Wenn Sie auf Hühnerei allergisch sind, sollten Sie eine mögliche Kreuzallergie vor dem Verzehr anderer Tiereier durch eine ärztliche Diagnostik ausschließen.

2. Pflanzliche Ei-Alternativen zum Selbermachen

Hier unsere Liste mit pflanzlichen Alternativen:

Was Wie Bemerkung
Rührei Pflanzliches Rührei kann mit Hilfe von Seidentofu, festem Tofu und der Zugabe von Kurkuma und Gewürzen hergestellt werden. Im Web finden sich viele Rezepte. Achtung Soja-Allergiker!
Vorsicht bei Schilddrüsen-Erkrankungen!
Vorsicht bei Histamin-Intoleranz!
Eischnee aus Hülsenfrüchten Falscher Eischnee aus Kichererbsen- oder Bohnenwasser. Die Lake der Hülsenfrüchte aus Gläsern und Konserven lässt sich durch den Stärkegehalt zu festem Schnee aufschlagen.
Rezeptlink
Die Lake ist unbedenklich und wird meist besser vertragen als die Hülsenfrucht selbst.
Eischnee aus Leinsamen Leinsamen werden mit Wasser aufgekocht und abgeseiht. Die entstandene Masse lässt sich zu falschem Eischnee aufschlagen.
Rezeptlink

Vollei beim Backen ersetzen

Banane ½ zerdrückte, reife Banane entspricht einem Hühnerei. Die Banane schmeckt man heraus.
Apfelmark und Apfelmus 3 EL entsprechen 1 Hühnerei.
Leinsamen-Eier 1 TL gemahlener Leinsamen und 3 Teelöffel Wasser ersetzen 1 Ei.
Chia-Eier 1 TL gemahlene Chia-Samen und 3 Teelöffel Wasser ersetzen 1 Ei Gr. M.
Für Eier Gr. L die 1,5fache Menge nehmen.
Sehr gute Verträglichkeit.
Backpulver-Eier 1 TL Backpulver / Natron, 1 EL Säure (Essig / Zitronensaft), 1 EL neutrales Öl und 2 – 3 EL Sprudelwasser ersetzen 1 Ei Den Essig schmeckt man nicht durch.
Stärke-Eier 2 TL Mais-, Kartoffel- oder Tapiokastärke und 2 EL Sprudelwasser ersetzen 1 Ei Ist geschmacksneutral
Lupinen-Eier 1 gehäufter EL Lupinenmehl und 2 EL Sprudelwasser ersetzen 1 Ei Achtung bei Lupinen-Allergie!
Nussmus-Eier 3 TL Mandel-, Cashew- oder Erdnussmus und 2 EL Sprudelwasser ersetzen 1 Ei. Der Geschmack kann durchdringen, vor allem bei der Erdnuss.
Achtung Nuss-Allergiker!
Flohsamen-Eier 1 TL Flohsamenschalen gemahlen mit 2 EL Sprudelwasser vermischen und kurz stehen lassen Ersatz 1 Ei. Sehr gut verträglich.
Soja-Eier Variante 1:
2 TL Sojamehl 2 EL Sprudelwasser ersetzen 1 Ei.
Variante 2:
50 – 60 g pürierter Seidentofu ersetzen 1 Ei Größe M / L.
Achtung Soja-Allergiker!
Achtung bei Schilddrüsen-Erkrankungen!
Achtung bei Histamin-Intoleranz!

Ei-Ersatz zur Bindung ersetzen

Mehle Sojamehl, Lupinenmehl, Kokosmehl, Mandelmehl. Jeweils 1 EL ersetzt 1 Ei.
Kleber Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Xanthan, Pfeilwurzelstärke, Flohssamenschalen gemahlen.
Samen und Kerne Leinsamen und Chia-Samen gemahlen
Nussmuse Vor allem Mandel, Cashew- und Erdnussmus helfen Soßen zu binden.
Gemüse Zucchini, Tomaten- und Paprikamark, Kürbis Die Zucchini schmeckt man nicht heraus.

Ei-Ersatz für die Feuchtigkeit

Samen Flohsamenschalen gemahlen, Chia-Samen
Obst und Gemüse Zucchini, Kürbis, Fruchtmark (Apfel und andere Sorten), Banane

Weitere Ei-Alternativen

Färben und Binden Kurkuma erzeugt als Ersatz die typische Farbe von Eigelb. Zusätzlich bindet Kurkuma.
Binden Ein gehäufter Esslöffel Quark ersetzt ein Hühnerei. Gelingt problemlos bis für den Ersatz von 3 Eiern auf beispielsweise 500 g Hackfleisch für Frikadellen.
Ei-Geschmack Das Schwarzsalz Kala Namak erzeugt den typischen Eigeschmack. Vorsichtig dosieren. Auf Inhalts- und Zusatzstoffe achten.

3. Industrielle Ei-Ersatz-Produkte

Inzwischen gibt es unzählige Hersteller für Ei-Ersatz-Produkte. Im Handel erhältlich sind:

  • Vollei-Ersatz und
  • Eiweiß-Ersatz
  • Eigelb-Ersatz

Wir empfehlen alle Produkte auf die individuelle Verträglichkeit zu prüfen. Nicht selten sind Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker oder andere unverträgliche Zutaten verarbeitet.

Autorin: Stefanie Grauer-Stojanovic