Neurodermitis: Wie stärke ich meine Haut im Winter?

Die kalte Jahreszeit stellt Menschen mit Neurodermitis oft vor einige Herausforderungen. Kälte und Heizungsluft entziehen der ohnehin schon trockenen Haut Feuchtigkeit. Es kommt leichter zu Ekzemen und Juckreiz, durch Risse wird sie anfälliger für Pilze und Bakterien.
Folgende Tipps helfen, den Stress für die Haut etwas zu lindern:

  • Für Feuchtigkeit sorgen

Damit die Luft in Innenräumen durch das Heizen nicht zu trocken wird, ist es sinnvoll, regelmäßig stoßweise zu lüften. Luftbefeuchter verbessern das Raumklima, eventuell helfen auch nasse Tücher oder eine Schale mit Wasser auf dem Radiator. Zudem wichtig: Viel Trinken. Das reguliert den Feuchtigkeitshaushalt der Haut von innen.

  • Geeignete Kleidung wählen

Wer mit dickem Pulli ins Warme kommt, gerät schnell ins Schwitzen. Der Schweiß fördert allerdings den Juckreiz und das Kratzen verschlechtert den Zustand der Haut. Günstig ist es daher, sich nach dem Zwiebelschalen-Prinzip zu kleiden. Mehrere dünne Schichten übereinander ermöglichen es, einzelne Kleidungsstücke auszuziehen und sich der jeweiligen Temperatur schnell anzupassen.

Für die empfindliche Haut sind Materialien wie Baumwolle, Seide, Viskose oder Fleece besser geeignet als Wolle. Kleidung und Schuhe sollten atmungsaktiv sein. Tragen Kleinkinder mit Neurodermitis beispielsweise feuchte Gummistiefel, breiten sich auf der vorgeschädigten Haut leichter Pilze und Bakterien aus.

  • Basispflege anpassen

Als Basispflege eignen sich rückfettende, feuchtigkeitsbindende Präparate ohne Duftstoffe. Mittel mit Harnstoff (Urea) können helfen, Feuchtigkeit in der Haut zu speichern, sollten aber nicht auf entzündete Stellen aufgetragen werden. Zudem können sie ein leicht brennendes Gefühl hinterlassen. Während im Sommer oft Lotionen (wenig Öl, viel Wasser) ausreichen, stocken viele Betroffene die Basispflege im Winter auf und verwenden fettreichere Cremes (viel Öl, wenig Wasser). Am besten ist es, auszuprobieren, was der Haut bekommt. Als Richtlinie gilt: Fett auf trocken, feucht auf feucht. Das heißt auf offene, nässende Hautstellen sollte eher eine wasserreiche Pflege aufgetragen werden (Ausnahme: vom Arzt angeordnete fett-feuchte Verbände im akuten Schub). Auf geschlossenen Hautstellen kann die Pflege fettreicher sein. Am besten sollte man die Präparate regelmäßig morgens und abends auftragen.

  • Auf geeignete Reinigungsmittel achten

Winterzeit ist Schnupfenzeit. Um Erkältungen vorzubeugen, wird empfohlen, häufig und gründlich die Hände zu waschen. Für Menschen mit Neurodermitis ist das heikel: Häufiges Waschen trocknet die Haut aus und Seifen mit hohem pH-Wert und vielen Duftstoffen reizen sie zusätzlich. Daher sollte man am besten rückfettende Syndets/Waschlotionen verwenden, die einen leicht sauren pH-Wert haben (zwischen fünf und sechs) und keine Reiz- oder Duftstoffe enthalten. Wer viel unterwegs ist, kann eventuell sein eigenes Reinigungsprodukt mitnehmen.