Familienalltag mit Erdnussallergie – Ein Vater erzählt (Teil 3)

Teil 3: Kindergeburtstag

Über die Allergie und ihr Krankheitsbild können sich Allergiker und Angehörige mittlerweile gut informieren, auf Webseiten, mit Hilfe von Broschüren, im Arztgespräch. Den Familienalltag mit allergischen Kindern kennen in der Regel nur die Familien selbst. In unserer fünfteiligen Serie lassen wir einen Familienvater mit einem hochallergischen Kind zu Wort kommen, wir geben Einblicke, wollen Verständnis schaffen, auch ermutigen und Wege durch den Alltag aufzeigen. Wir sprachen mit Christian, 41, aus Berlin, über die Herausforderungen, die sich durch die schwere Erdnussallergie seines Sohns Luis ergeben. Im Alter von vier Jahren wurde die Allergie festgestellt, der Junge ist heute neun – und wird häufig zu Geburtstagen von Mitschülern eingeladen.

Mit Erdnussallergie beim Kindergeburtstag

Für Luis‘ Eltern ist es äußerst wichtig, die Eltern seiner Freunde zu kennen und sie über die Allergie ihres Sohnes aufzuklären. Dass er zum Spielen zu einem Freund geht, dessen Eltern nicht über seine Allergie Bescheid wissen, ist ausgeschlossen. „Wir versuchen die Eltern neuer Freunde möglichst bald zu treffen und mit ihnen zu sprechen. Da bietet sich das Abholen an der Schule an. Wir machen das nicht erst bei der Übergabe an der Haustür. Das ist meistens zu stressig“, erklärt Christian.

Auch Einladungen zu Kindergeburtstagen sind immer mit Vorbereitungen verbunden. „Wenn Luis‘ Freunde zu Hause ihren Geburtstag feiern“, erklärt Christian, „kann man vorher ganz gut abklären, was es zu essen gibt. Aber wenn außerhalb gefeiert wird, in der Kletterhalle oder auf dem Indoor-Spielplatz, wissen die Eltern meist selbst nicht so genau, welches Essen im Einzelnen angeboten wird.“ Meistens macht sich Christian selbst ein Bild von der Lage – im Voraus und vor Ort. „Wenn es Chicken Nuggets gibt, ist es entscheidend, in welchem Öl sie frittiert werden. Da muss ich schon mal einen halben Tag investieren, um das alles herauszufinden. Die haben abends ja lange genug geöffnet“, lacht er. Wenn Christian das Gefühl hat, dass die Köche nicht genau wissen, mit welchen Inhaltsstoffen sie zubereiten, geben er und seine Frau ihrem Sohn lieber eigenes Essen mit.

Für Luis‘ Eltern hat es große Bedeutung, keine der Kindereinladungen nur aufgrund der Erdnussallergie absagen zu müssen. „Alle Eltern wissen, dass es sowieso anstrengend ist, im Alltag alles unter einen Hut zu bekommen. Für uns kommt Luis‘ Allergie einfach nur on top. Bei Kindergeburtstagen müssen wir uns eben nicht bloß darum kümmern, dass er wasserdichte Schuhe anhat, sondern auch, dass es mit dem Essen klappt.“ Eine allergische Reaktion, weil Eltern nicht aufgepasst haben oder nicht ausreichend informiert waren, hat es bei Luis bisher nicht gegeben.

Wir danken Christian für dieses Interview. Gesprochen hat er mit Matthias Colli und Johanna Rupp von ECARF.

 

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