Neuer Allergie-Impfstoff könnte auch vor Hepatitis B schützen

BM32, ein neu entwickelter Impfstoff gegen Gräserpollen-Allergie, verbessert offenbar nicht nur die Behandlung von Gräserpollenallergikern. Er könnte auch zu einer Weiterentwicklung der Impfung gegen Hepatitis B führen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Medizinischen Universität Wien*.

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der MedUni Wien stellte Carolin Cornelius fest, dass eine Impfung mit BM32 bei Patienten, die bisher nicht mit einem herkömmlichen Impfstoff gegen Hepatitis B behandelt worden waren, zu einer 80-prozentigen Hemmung der Hepatitis-B-Virus-Infektion führte. Die Forscherin hält es daher für möglich, dass der Wirkstoff BM32 wichtige Impulse für die Verbesserung der Hepatitis-B-Impfung und Behandlung chronischer Hepatitis (HBV) liefern kann. Etwa 240 Millionen Menschen sind chronisch mit HBV infiziert, das entspricht 3% der Weltbevölkerung**.

Der Impfstoff BM32 gegen Gräserpollenallergie basiert auf einer rekombinanten Peptid-Carrier-Technologie, die am Christian Doppler Labor für Allergieforschung an der Medizinischen Universität Wien entwickelt wurde. Für die Impfung mit BM32 sind drei bis vier Injektionen pro Jahr notwendig. Bei der herkömmlichen Langzeittherapie einer subkutanen Hyposensibilisierung werden über drei Jahre in unterschiedlichen Varianten mindestens vier, in der Regel aber deutlich mehr Injektionen pro Jahr verabreicht.

Die Erkenntnisse von BM32 zur Wirksamkeit gegen Hepatitis B sind Teil einer klinischen Studie der Phase IIb, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von BM32 bei Gräserpollenallergikern beurteilt wurde. Anhand von zwei unterschiedlichen Dosen wurde über die Studiendauer von zwei Jahren die Hypothese geprüft, ob BM32 zu einer nachhaltigen Befreiung von den Allergiesymptomen führt.

Die vollständige Studie ist in englischer Sprache hier nachzulesen.

*Immunotherapy with the preS-based grass pollen allergy vaccine BM32 induces antibody responses protecting against hepatitis B infection. C. Cornelius, K. Schöneweis, F. Georgi, et al. EBioMedicine (2016) http://dx.doi.org/10.1016/j.ebiom.2016.07.023

** (WHO 2015a; WHO 2015b).

  

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