Vitamin D kann vor schweren allergischen Asthma-Anfällen schützen

Vitamin D gilt als Wundervitamin zur Vorbeugung zahlreicher Erkrankungen. Oft können Studien die vermutete Schutzwirkung nicht bestätigen. Bei allergischem Asthma scheint das Vitamin aber einen positiven Effekt zu haben.

Vitamin D wird in der Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht gebildet.

Asthma-Patienten, die zusätzlich zur ihren Standardmedikamenten Vitamin D einnehmen, erleiden seltener allergische Asthmaanfälle, die zur Krankenhausaufnahme führen. Zu diesem Ergebnis waren Forscher in einer Übersichtsstudie des anerkannten Cochrane Netzwerks gekommen.1 In einem neuen Projekt wollten sie nun klären, wer besonders von der Vitamingabe profitiert: Patienten, deren Vitamin D-Spiegel von Hause aus niedrig ist, oder alle Asthma-Patienten gleichermaßen.

Für die Untersuchung2 werteten sie die Daten von 955 Teilnehmern aus sieben Studien aus. Dabei konnten sie zunächst eine Erkenntnis der vorausgegangenen Studie bestätigen: Unter Vitamin-D Gabe erlitten weniger Patienten schwere Asthmaanfälle, die mit Kortison behandelt werden mussten: Von 286 Betroffenen, die Vitamin D einnahmen, erlebten 85 eine entsprechende Attacke. In der Gruppe, die ein Scheinmedikament erhielt, waren es hingegen 121 (von 284 Patienten).

Die Analyse der individuellen Blutwerte ergab jedoch kein eindeutiges Bild: Zwar profitierten Asthmatiker mit niedrigem Vitamin D-Spiegel (weniger als 25 nmol/l bzw. 10 ng/ml) besonders von der Vitaminergänzung. Die Forscher konnten aber nicht beweisen, dass eine positive Wirkung generell von der Höhe des Vitamin D-Ausgangswertes abhing.

Zusammenfassend beschreiben die Autoren die Vitamin D Ergänzung als kostengünstige und nebenwirkungsarme Therapie, die dazu beitrage, die Häufigkeit von schweren Asthmaanfällen und die Sterblichkeit durch die Erkrankung zu senken.

Wenn Sie Vitamin D zur Ergänzung Ihrer Asthmabehandlung einsetzen möchten, sprechen Sie dazu in jedem Fall ausführlich mit einem Facharzt. 

Vitamin D

  • Vitamin D wird in der Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht gebildet. Damit der Körper genügend Vitamin D produziert, reichen – je nach Jahres- und Tageszeit – 5 bis 25 Minuten Sonnenlicht auf Gesicht, Händen und Unterarmen.
  • Über die Ernährung kann nur ein geringer Teil des Bedarfs abgedeckt werden. Besonders reich an Vitamin D sind Fettfisch (Lachs, Hering, Makrele), Eigelb und Speisepilze (Steinpilze, Pfifferlinge).
  • 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag (800 IE) genügen laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, um einen Erwachsenen ausreichend mit Vitamin D zu versorgen. Dieser Schätzwert gilt bei fehlender körpereigener Bildung.
Quellen:
1 Vitamin D for the management of asthma. Martineau AR et al. Cochrane Database of Systematic Reviews 2016, Issue 9. Art. No.: CD011511. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD011511.pub2/full
2 Vitamin D supplementation to prevent asthma exacerbations: a systematic review and meta-analysis of individual participant data. Jolliffe, David A et al. The Lancet Respiratory Medicine , Volume 5 , Issue 11 , 881 – 890 http://dx.doi.org/10.1016/S2213-2600(17)30306-5