Was muss ich beim Renovieren mit Allergien beachten?

Umzug oder bunte Farbe – ein renoviertes Zuhause verspricht frischen Wind und neue Energie. Damit nichts schief geht, müssen alle Hobbyhandwerkerinnen und -handwerker Vorsichtsmaßnahmen treffen. Auch Menschen mit Allergien sollten sich die einzelnen Arbeitsschritte noch einmal genau ansehen, bevor sie mit den Renovierungsarbeiten beginnen. Wo entsteht viel Staub und welche Produkte sind für Menschen mit Allergien bedenklich? Welche besonderen Maßnahmen können helfen, damit die Allergie weder beim Renovieren noch danach zur Belastung wird?

Falls Sie ein Renovierungsprojekt geplant haben, möchten wir Ihnen einige Hinweise mitgeben, welche die Arbeit erleichtern und Sie schützen sollen.

Schutzausrüstung

Bevor Sie loslegen, sollten Sie sich mit geeigneter Schutzkleidung ausrüsten, um Haut und Schleimhäute vor belastenden Kontakten zu bewahren.

  • Legen Sie einen Atemschutz an, bevor Sie das erste Stück alte Tapete von der Wand reißen. Dahinter können Staub, Schimmel oder Kleisterreste zum Vorschein kommen.
  • Ihre Hände können durch Arbeitshandschuhe geschützt werden. Da in den robusten Arbeitshandschuhen jedoch häufig bedenkliche Stoffe wie Chrom-VI-Verbindungen verarbeitet sind, empfehlen wir nahtlose, ungefärbte Baumwollhandschuhe unterzuziehen. Für allergikerfreundliche Handschuhe schauen Sie doch mal im ECARF-Produktfinder nach.
  • Bei der Arbeitskleidung sollten Sie darauf achten, dass möglichst wenig Haut, über die Luft oder direkt, mit den Stoffen in Kontakt kommt. Bei Kontaktallergien bietet sich ein Schutzanzug an. Sie können Ihre Kopfhaut mit einer Mütze oder einem Basecap bedecken und eine Schutzbrille bewahrt Ihre Augen vor Kontakt mit gröberen Teilchen, wie sie etwa beim Schleifen umherfliegen. Ihre Schutzausrüstung sollten Sie auch bei der Entsorgung alter Materialien tragen. Gefährliche Substanzen wie Asbest werden immer von einer Fachfirma entsorgt.

Werkzeugauswahl

Werkzeuge wie Schleifmaschinen sollten Sie nur mit Staubfangbeutel benutzen. Auch für andere Geräte wie Bohrmaschinen gibt es zusätzliche Staubabsaugungen, die um das Bohrloch platziert den Staub direkt dort aufnehmen. Oder Sie holen sich Hilfe durch eine zweite Person. Diese fängt den Dreck mit einem Staubsauger auf.

Materialauswahl

Am besten verzichten Sie auf chemisch behandelte Baumaterialien. Material, welches mit Holzschutzmittel gegen Pilze und Insekten behandelt wurde, ist in den Wohnräumen tabu. Spezielle Wandfarben für Allergiker werden bei einer Atemwegsallergie oder sensibler Haut empfohlen. Generell sollten Naturfarben, Wachse, Öle und schadstoffarme Anstriche verwendet werden. Aber: Lesen Sie immer aufmerksam die Liste mit den Inhaltsstoffe, bevor Sie sich für ein Produkt entscheiden. Auch in Natur- und Biofarben könnten Stoffe wie Terpene enthalten sein, die Kopfschmerzen und Schleimhautreizungen auslösen können. Auch wenn sie weniger wischfest und deckend sind, sind Silikat- und Kalkfarben eine gesundheitsschonende Option.

Schutzmaßnahmen in der Wohnung

Der Schutz weiterer Zimmer, die Sie während der Renovierung bewohnen, ist ebenfalls wichtig, wird aber im Renovierungsstress oft vergessen. Auf das Schlafzimmer sollten Sie dabei besonders achten. Sie können nasse Bettlaken in die Türdurchgänge hängen. Um keinen Staub ins Bett zu transportieren, sollten Sie nach den Arbeiten auf jeden Fall duschen. Wenn Sie während Pausen weitere Räume wie Bad und Küche betreten, sollten Sie auch dort darauf achten, möglichst keinen Staub in diese Räume zu bringen. Besonders viel Staub wird bei der Entfernung von alten Materialien wie Tapete oder beim Zuschneiden von Laminat erzeugt. Es ist notwendig während und nach diesen Arbeiten ausreichend zu lüften.

Beratung

Wenn Sie unter schweren Allergien, Asthma oder starker Neurodermitis leiden, ist es sinnvoll, die Renovierungsarbeit den Profis oder guten Freunden zu überlassen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Aufgaben Sie selbst übernehmen können, sprechen Sie am besten vor den Renovierungsarbeiten mit Ihrem Arzt.