Wie kann ich Milchprodukte bei einer Milcheiweißallergie ersetzen? Tipps und Rezepte

Heute greife ich das Thema Milcheiweißallergie auf. Ich erkläre kurz den Hintergrund und zeige, wie Milchprodukte ersetzt werden können. Doch zunächst sollte man wissen: Wenn Milch Verdauungsprobleme macht, kann das auch an einer Milchzucker-Unverträglichkeit, einer Laktoseintoleranz, liegen. Die Laktoseintoleranz ist keine Allergie und wird auch anders behandelt! Bevor man seine Ernährung umstellt und vielleicht unnötig verzichtet, ist die richtige Diagnose durch einen Arzt wichtig.

Bei der Milcheiweißallergie reagiert der Körper übermäßig auf eigentlich harmlose Milcheiweiße. Die Verdauung macht Probleme und manchmal sind auch die Haut, die Atmung und der Kreislauf betroffen. Man kann auf unterschiedliche Eiweiße der Milch allergisch reagieren. Sie werden als Kaseine und Molkeneiweiße bezeichnet:

  • Kasein, hitzestabil bis circa 120 °
  • Alpha-Lactoglobulin (Molkeneiweiß), hitzestabil bis circa 77 °C
  • Beta-Lactalbumin (Molkeneiweiß), hitzestabil bis circa 70 °C
  • Serumalbumine (Molkeneiweiß)

Bei einer reinen Molkeneiweißallergie werden manchmal hocherhitzte Kuhmilchprodukte (beispielsweise H-Milch) vertragen. Einige Betroffene können auch problemlos die Milch von Schaf, Ziege oder Stute trinken, da sich die Molkeneiweiße der Tiere etwas von denen der Kuh unterscheiden. Allerdings: Wenn Allergologen eine Milcheiweißallergie feststellen, empfehlen sie zunächst auf alle Tiermilcharten zu verzichten.

Daher kommen hier meine Tipps, wie sich Milchprodukte am besten ersetzen lassen – samt leckerer Rezepte zur eigenen Herstellung. Beim Ersetzen sollte man darauf achten, ausreichend Kalzium zu sich zu nehmen. Das ist vor allem bei Kindern wichtig. Sie haben häufiger als Erwachsene eine Milcheiweißallergie und benötigen das Mineral für ein optimales  Wachstum. Kalzium gibt es in vielen Lebensmitteln: Blattspinat und Brokkoli sind beispielsweise kalziumreiche Gemüsearten. Auch kalziumreiches Mineralwasser ist erhältlich.

Und noch eine wichtige Info: Viele Ersatzprodukte enthalten Soja, Weizen oder Nüsse. Also, erst einmal beim Allergologen überprüfen lassen, ob man allergisch auf diese Zutaten reagiert.

Milch

Joghurt

Quark

Käse

Schmand / Saure Sahne / Crème Fraîche

Sahne

  • Alternative: Sahne auf pflanzlicher Basis

Butter

  • Alternative: Margarine

Kefir

  • Alternative: Wasserkefir, Kombucha

 

Wichtig:

  • Fertigprodukte, Instantgetränke, Backwaren, Wurstwaren, Süßwaren, Gewürzmischungen, Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente, Kosmetika und Körperpflegeprodukte können ebenfalls Milcheiweiße oder Molkebestandteile enthalten. Bei einer Allergie ist es ratsam, die Inhaltsstoffe genau zu prüfen.
  • Wer eine Milcheiweißallergie hat, muss diese Zutaten meiden: Milch, Milchpulver, Magermilchpulver, Milcheiweiß, Casein, Molkeneiweiß, Lactalbumin, Lactoglobulin
  • Unproblematisch sind: Milchsäure, Laktose in Medikamenten

 

Oktober 2017, Autorin: Stefanie Grauer-Stojanovic