Mit „Allergygirl“ beim Allergietest

Seit ihrer Kindheit ist Kortney gegen viele Nahrungsmittel allergisch. Ihr letzter Allergietest liegt allerdings mehr als zwanzig Jahre zurück. Stimmen die Empfehlungen von damals noch? Eine Untersuchung soll neue Antworten liefern. ECARF hat die Wahlberlinerin zum Allergietest begleitet.

Foto: Kortney Kwong Hing

Erdnüsse, Walnüsse, Cashews, Soja, Äpfel, Erdbeeren, Kirschen, Karotten, Erbsen, Sellerie – das sind nur einige der Nahrungsmittel, die die 29jährige Kanadierin Kortney meidet. Auf www.allergygirleats.com schreibt sie über ihre Erfahrungen als Nahrungsmittel-Allergikerin, gibt Tipps und Rezept-Alternativen weiter.

Bereits im Babyalter wurden bei ihr diverse Allergien festgestellt, mit 12 Jahren erlitt sie erstmals einen allergischen Schock, der zweite folgte acht Jahre später. Die Liste der Lebensmittel, auf die sie verzichtet, ist lang. Einige davon hat ihr Kinderarzt verboten, andere lässt sie aufgrund eigener Erfahrungen weg.

Dass Allergien ein Teil ihres Lebens sind, hat sie seit ihrer Kindheit akzeptiert. Doch zunehmend beschäftigt sie der Gedanke,  dass sie einige der „verbotenen“ Lebensmittel inzwischen vielleicht wieder vertragen könnte. Ein allergologischer Check-up soll neue Informationen liefern. Nach einem Vorgespräch im Allergie-Centrum-Charité (ACC) in Berlin stehen nun ein Hauttest und eine Blutuntersuchung an.

Erinnerung an den allergischen Schock

Es ist ein kalter Wintertag, als Kortney um acht Uhr morgens im ACC eintrifft. Sie hat schlecht geschlafen: Die Aussicht, dass sie auch Erdnuss-Allergene an ihre Haut lassen soll, beunruhigt sie. Schließlich hat sie darauf bereits extrem allergisch reagiert und diese Erfahrung möchte sie nicht wiederholen. Das Risiko, dass der geplante Hauttest eine solche Reaktion bewirkt, ist allerdings sehr gering. Zur Sicherheit wird ihr ein Venenzugang gelegt, über den sie im Notfall schnell Medikamente erhalten kann. Außerdem soll sie nach dem Test noch für einige Stunden zur Beobachtung auf der Tagesstation bleiben. Wegen Kortneys Vorgeschichte wollen die Ärzte lieber auf Nummer sicher gehen.

Im Behandlungsraum bittet Schwester Susanne Kortney auf einem Liegestuhl Platz zu nehmen und einen Unterarm auf die Armlehne zu legen. Für den sogenannten Pricktest gibt sie neun kleine Tropfen mit verschiedenen Testlösungen auf die Haut. Sieben davon enthalten Nahrungsmittelallergene, zwei Tropfen dienen zur Kontrolle: Histamin, ein Allergie-Botenstoff, der in jedem Fall eine Reaktion auslösen sollte und eine Kochsalzlösung, auf die die Haut normalerweise nicht reagiert. Anhand dieser Substanzen lässt sich feststellen, ob der Test auswertbar ist. Mit einer Lanzette ritzt die Krankenschwester die Haut unter den Tropfen anschließend leicht an, markiert die Stellen mit einem Kugelschreiber und stellt einen kleinen Wecker. Nachdem sie sich versichert hat, dass es Kortney gut geht, verlässt sie den Raum.

 Karotte, Krabbe und rote Quaddeln

Dass Kortneys Arm an mehreren der behandelten Stellen  stark zu jucken beginnt und rote Quaddeln entstehen, beunruhigt die Krankenschwester bei der Zwischenkontrolle nicht: „Das ist ein Zeichen für eine allergische Sensibilisierung, aber noch kein Anlass zur Besorgnis.“ Nach etwa 20 Minuten wird das Zwischenergebnis abgelesen: Mit einem Lineal misst die Schwester den Durchmesser der roten Quaddeln und notiert den Wert. Dann kommen die nächsten Testlösungen an die Reihe. Insgesamt 26 Mal wiederholt sich der Vorgang: Auftropfen, Anritzen, Abwarten, Ablesen. Nach anderthalb Stunden sind die Standardallergene von Kuhmilch über Karotte bis Krabbe getestet. Kortneys Arm sieht „gezeichnet“ aus: er ist voller Kugelschreibermarkierungen und vieler roter Quaddeln. Doch Kortney stört das nicht – sie ist vor allem erleichtert, dass es zu keinem Zwischenfall gekommen ist. Ein kleines bisschen Geduld braucht die Kanadierin aber noch. Zum Abschluss folgt noch ein Test auf Nahrungsmittel, die nicht in der Standardlösung enthalten sind.

Shoppen für den Allergietest

Im Vorgespräch hatte Kortney mit einem Arzt besprochen, bei welchen weiteren Nahrungsmitteln sie eine Allergie vermutet. Einige davon sollte sie einkaufen und zum Untersuchungstermin mitbringen. Und so legt sie nun Packungen mit Bohnen, Kürbis- und Sonnenblumenkernen, Mohn, rotem Pfeffer und Pinienkernen auf den Tisch. Für einen sogenannte Prick-to-Prick Test gibt Schwester Susanne kleine Mengen der Nahrungsmittel in verschiedene Schälchen und piekst sie mit je einer Lanzette an. Dann sticht sie damit oberflächlich in die verbleibenden freien Stellen auf Kortneys Unterarm. Auch hier notiert sie nach etwa 20 Minuten die Reaktion.  Kortney linst auf den Testbogen – gerne wüsste sie schon jetzt über das Resultat Bescheid. Bis zur Auflösung muss sie allerdings noch etwas warten. Die Ergebnisse sollen erst besprochen werden, wenn auch die Blutuntersuchung ausgewertet ist. Und das braucht noch etwas Zeit….

 Demnächst berichten wir mehr über die Testergebnisse.