Weihnachtsgeschenke: Schmuck sollte nickelfrei sein

Edelmetalle für Schmuck werden häufig mit anderen, kostengünstigen Metallen wie Nickel vermischt. Damit wird der Schmuck für viele Menschen erschwinglich und liegt gerade zu Weihnachten gerne als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum.

Allerdings ist Nickel das weltweit häufigste Kontaktallergen und das häufige Tragen von nickelhaltigem Modeschmuck wie Ringen, Ohrsteckern oder Piercings fördert die Sensibilisierung auf das Erdmetall. In der Folge leiden immer mehr Menschen unter Kontaktallergien. Die gute Nachricht: Wer auf nickelhaltigen Schmuck verzichtet, kann Kontaktallergien aktiv vorbeugen. Wenn Sie Ihren Lieben zu Weihnachten Schmuck schenken möchten, sollten Sie auf nickelfreien Schmuck zurückgreifen.

Zwar legt eine EU-Nickelrichtlinie fest, dass nickelhaltige Erzeugnisse, die unmittelbar und lange mit der Haut in Berührung kommen, nicht mehr als 0,5 µg Nickel pro cm² pro Woche freisetzen dürfen, und bei Piercings wurde die Freisetzungsgrenze für Erststecker auf 0,2 µg/cm²/Woche begrenzt. Ob aber diese Richtlinie die Verbreitung der Nickelallergie nachhaltig senken konnte, wird derzeit erforscht.

Hinweise für den Kauf von Schmuck

  • Bei einem Fachhändler kaufen. Sich bestätigen lassen, dass der Schmuck zu 100% nickelfrei ist.
  • Schmuck aus Urlaubsländern sollte besondere Aufmerksamkeit gelten. Nicht überall wird die Einhaltung von Vorschriften für den Nickelgehalt auch kontrolliert.
  • Feingold, Platin oder Titan verursachen praktisch keine Beschwerden.
  • Kinder oder Jugendliche, bei denen bereits Allergien vorhanden sind, sollten keinen Ohrschmuck tragen oder, wenn es nicht zu vermeiden ist, Erststecker aus Titan oder Platin benutzen, um das Risiko einer Sensibilisierung auf Nickel zu verringern.
  • Für Piercings ein 100% nickelfreies Material wie Titan benutzen. Aus hautärztlicher Sicht wird aufgrund möglicher Komplikationen jedoch grundsätzlich von Piercings abgeraten.

Produkte auf Nickelgehalt selbst testen

Wer nicht sicher ist, ob sein Schmuck Nickel enthält, kann einen Test selbst durchführen. Die Apotheken bieten Teststäbchen für einen Schnelltest an, der nachweist, ob ein Produkt wesentliche Mengen Nickelpartikel abgibt. Der Nachweis erfolgt über eine Farbreaktion auf dem Teststäbchen. Extrem kleine Mengen unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts werden mit diesem Schnelltest nicht erfasst.

Sensibilisierung auf Nickel

In Deutschland haben rund 15,5% der Erwachsenen eine Sensibilisierung für Nickel, unter den 13- bis 17-jährigen Jugendlichen sind es 12,35%. Frauen und Mädchen haben generell ein höheres Risiko, eine Nickelallergie zu entwickeln als Männer. Tatsächliche Beschwerden wie ein allergisches Ekzem auf Grund einer Allergie auf Nickel oder andere Stoffe entwickeln im Laufe ihres Lebens 8% der deutschen Erwachsenen.

Symptome bei Nickelallergie

Typische Anzeichen einer Nickelallergie sind starker Juckreiz, Brennen oder Schmerzen, Rötung, Schwellung, Papeln und nässende Bläschen an der Kontaktstelle. Schuppung oder Verdickung der Haut können bei chronischem Kontakt auftreten.

Quellen

  • Bergmann, K.C. et al. 2016. Aktueller Stand zur Verbreitung von Allergien in Deutschland. Positionspapier der Kommission Umweltmedizin am Robert Koch-Institut. Allergo J Int 25(6), 222-226.
  • Schnuch A. et al. 2012. Klinische Epidemiologie und Prävention der Kontaktallergien. Der Beitrag des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK). Bundesgesundheitsbl 55, 329–337.
  • Uter, W. et al. 2016. ESSCA results with nickel, cobalt and chromium, 2009-2012. Contact Dermatitis 75, 111-128.
  • Worm, M. et al. 2015. Kontaktallergien im Kindesalter. Der Hautarzt 66, 646-651.