30. Juli 2019
Mehr Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch langes Stillen

Säuglinge, die länger gestillt werden, haben öfter Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten als Kinder, die früher abgestillt werden. Das zeigt eine Studie der amerikanischen Allergologin und Kinderärztin Karen A. Robbins.

2586 stillende Mütter nahmen an der Studie teil. Sie füllten vier, neun und 12 Monate nach der Geburt Fragebögen zu der Stilldauer und den Nahrungsmittelunverträglichkeiten ihrer Kinder aus.
Die Auswertung ergab:

 

  1. Die meisten Kinder, rund 85%, hatten keinerlei Probleme.
  2. Fast 11 Prozent reagierten auf Nahrungsmittel allergisch, die sie selbst gegessen hatten.
  3. 2,4% reagierten auf bestimmte Lebensmittel, die vor dem Stillen von der Mutter gegessen worden waren.
  4. Bei weiteren 2,4% der Kinder führten sowohl selbst gegessene als auch über die Muttermilch zugeführte Nahrungsmittel zu Reaktionen.

Kinder mit Reaktionen auf Lebensmittel wurden deutlich länger gestillt als die Vergleichsgruppe: Diejenigen, die auf „Lebensmittel in der Muttermilch“ reagierten, im Mittel 46 Wochen, die auf beide Wege reagierten im Mittel 40 Wochen. Kinder ohne jegliche Reaktion wurden rund 32 Wochen gestillt. Kinder die direkt auf gegessene Nahrung regierten, hatten eine Stillzeit von 27 Wochen.

 

„Stillen in den ersten Lebensmonaten fördert zwar die Entwicklung des Immunsystems, es beeinflusst die Mikroorganismen im Körper und kann der Entwicklung von Allergien vorbeugen“, sagt Robbins.

 

Aber auch der rechtzeitige Übergang auf feste Nahrung hat seinen Sinn: „Der schrittweise Übergang zu festen Nahrungsmitteln erlaubt den Säuglingen eine Reihe von Nahrungsmitteln zu testen – dadurch macht sich das Immunsystem mit möglicherweise allergieauslösenden Stoffen früh bekannt“, so Robbins.
Wird zu lange gestillt, kann das die Umstellung auf feste Nahrung verzögern und den Lerneffekt des Immunsystems beeinträchtigen.

 

Quellen

Pressemitteilung: Innovationdistrict. Newborns with suspected food allergies breastfed significantly longer, 26.02.2019

 

Originalquelle: Robbins KA. Perceived food allergy, sensitivity or intolerance and its impact on breastfeeding practices.
Posterpräsentation der Studienleiterin Karen A. Robbins M.D., Children’s National Health System, Washington D.C., USA, beim jährlichen Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Allergie, Asthma und Immunologie (AAAI), 25.2.2019

 

Text: kf/ktg