Wie ist die optimale Vorbereitung für eine Asienreise mit Sojaallergie?

Soja ist in der asiatischen Küche sehr präsent. Abenteurer mit einer Sojaallergie sollten sich davon aber nicht von vorne herein abschrecken lassen. Eine gute Vorbereitung ist die Grundlage für die Reise in asiatische Länder.

Reisen mit Nahrungsmittelallergien sind immer eine Herausforderung. Da Soja in der asiatischen Küche häufig zum Einsatz kommt und die Sprachbarrieren relativ hoch sind, sollten sich Menschen mit Sojaallergie auf eine Reise in diese Länder gut vorbereiten. Wir glauben: mit der entsprechenden Planung ist vieles machbar. Deshalb haben wir hier eine Checkliste und Tipps für eine gelungene Reise zusammengestellt.

Checkliste

    • Informieren Sie sich darüber, was Soja in den Sprachen der Länder heißt, welche Sie bereisen. Eventuell kann es in einer Sprache auch mehrere Bezeichnungen geben. Recherchieren Sie ebenfalls die Bezeichnungen für Produkte und Lebensmittel, die aus Soja hergestellt werden und auf die Sie allergisch reagieren (zum Beispiel Tofu oder Sojasoße). Führen Sie diese Bezeichnung mit sich – auch in der Schrift der Zielsprache. Merken Sie sich nach Möglichkeit die Aussprache.
    • Eine hilfreiche Maßnahme ist ein Papier oder Dokument, auf dem in den jeweiligen Landessprachen und Englisch gut lesbar geschrieben steht, dass Sie kein Soja essen dürfen. Hier kann ein Übersetzungsbüro Hilfe leisten oder ein spezieller Anbieter für so genannte Foodcards oder Reiseallergiepässe. Wenn Sie auf weitere Stoffe reagieren, bietet es sich an, diese auch aufzuführen. Am besten legen Sie dieses Schreiben – besonders wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob Sie verstanden werden – offen und gut sichtbar auf den Tisch.
    • Installieren Sie sich eine App, mit der Sie unbekannte Wörter auch spontan übersetzen können. Mit der Google-Translate-App, zum Beispiel, lassen sich mithilfe der Handykamera fremde Text auch auf Menükarten unmittelbar in knapp 30 Sprachen übersetzen.
    • Informieren Sie Ihr Hotel bereits vor der Anreise über Ihre Allergie und fragen Sie ganz konkret nach, ob es möglich ist, sojafreie Speisen zuzubereiten. Informieren Sie sachlich und genau, damit das Hotel sich auf Sie einstellen kann.
    • Wenn Sie einen Allergiepass haben, sollte der bei den Reiseunterlagen dabei sein.
    • Denken Sie daran, auch Ihre Fluglinie vorab zu informieren – das Essen wird meist im Land des Abflugs aufgeladen. Zur Sicherheit empfiehlt es sich Proviant einzupacken, den sie gut vertragen.
    • Wenn Sie von Ihrem Arzt ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor verschrieben bekommen haben, sollten Sie sich vor dem Abflug darüber informieren, ob Ihr Set Medikamente enthält, die generell oder ab einer bestimmten Umgebungstemperatur gekühlt werden müssen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie eine ärztliche Bescheinung bei sich führen, damit Sie das Set problemlos im Handgepäck transportieren können. Haben Sie mindestens zwei Sets bzw. Adrenalin-Autoinjektoren dabei.
    • Packen Sie einen Vorrat an gut verträglichen Snacks ein, auf den Sie während der Reise zurückgreifen können.
    • Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie vor Ihrer Abreise einen Supermarkt besuchen, der auf asiatische Lebensmittel spezialisiert ist. Abgepackte Produkte sollten einen Aufkleber mit deutscher Schrift aufweisen, sodass Sie sich in aller Ruhe schon einmal mit sojafreien Snacks vertraut machen können.
    • Recherchieren Sie vorab Restaurants, bei denen eine Verständigung auf englisch oder deutsch sicher möglich ist. Wenn Sie die Möglichkeit haben, nehmen Sie schon vor der Anreise Kontakt auf.

Reisetipps

Streetfood oder Restaurant?

Restaurant. Soja kommt in der asiatischen Küche regelmäßig zum Einsatz und die auf Straßenmärkten angebotenen Speisen sind mit einem größeren Risiko verbunden. Wer sich sicher sein will, sollte Essen aus Garküchen vermeiden. Das bedeutet aber nicht, dass man auf leckeres Essen verzichten muss. Hotels und gehobenere Restaurants, bei denen die Verständigung sicher klappt, sind eine gute Alternative. Unsere Kolumnistin Steffi Grauer-Stojanovic hat zum Thema Reisen und zum Restaurantbesuch zwei Artikel geschrieben. Hier finden Sie weitere Inspiration für Ihre Reiseplanung.

Allergietyp

Lassen Sie sich beraten. Denn je nach dem unter welchem Allergietyp Sie leiden, kann es sein, dass Sie bestimmte sojahaltige Produkte besser vertragen.

Denn: Der Allergengehalt von Sojaprodukten kann sich je nach Verarbeitungsgrad unterscheiden. So wird das Allergen (Gly m 4), auf das Betroffene mit einer pollenassoziierten Sojaallergie reagieren, in höchster Konzentration in Sojaproteinpulver gefunden. Auch Sojadrinks, Tofu und Sojaflocken und unverarbeitete Sojaprodukte enthalten größere Mengen. In Sojasoßen, Miso und in gerösteten Sojabohnen konnte es hingegen nicht nachgewiesen werden, da Fermentieren und Erhitzen das Allergen zerstören. Bei birkenpollenassoziierter Sojaallergie sind fermentierte, gut durchgegarte Sojaprodukte deshalb in der Regel verträglich (zum Beispiel Speisen mit Sojasauce, Sojaöl oder geröstete Sojabohnen). Das gilt natürlich nur, wenn Sie bislang keine anderen Erfahrungen gemacht haben.

Betroffene mit einer primären Sojaallergie reagieren allerdings auch auf stark verarbeitete Sojaprodukte. Sie sollten Soja deshalb komplett meiden.

Es ist wichtig, dass Sie Ihr eigenes Allergierisiko gut kennen und einschätzen können – auch um ihre Reiseziele auf Ihre Bedürfnisse hin auszuwählen. Informationen zu den medizinischen Standards in den einzelnen Ländern erhalten Sie beim Auswärtigen Amt. Als Faustregel gilt: In größeren Städten und touristischen Zentren ist die medizinische Versorgung häufig besser als auf dem Land. Auch die Verfügbarkeit von europäischen Speiseangeboten und englischsprachigem Personal ist in ländlichen, abgeschiedenen Regionen meist nur wenig oder gar nicht vorhanden. Je nach Reiseroute kann es sinnvoll sein, einen Reiseführer bei sich zu haben, der in der Landessprache für Sie vermitteln kann.

Beratung

Für die optimale Reisevorbereitung sollten Sie mit Ihrem behandelnden Allergologen sprechen.