20. Mai 2020
Nasenabstrich kann Schwere einer Pollenallergie vorhersagen

Wie stark die Beschwerden von AllergikerInnen werden, konnten Münchner Forschende schon vor Beginn der Pollensaison vorhersagen. Ein Abstrich aus der Nase macht es möglich.

 

Körpereigene Botenstoffe – so genannte Biomarker – auf der Nasenschleimhaut geben bereits vor der Pollensaison Hinweise, wie stark die Pollenallergie wird. AllergikerInnen mit viel Botenstoff im Nasenabstrich hatten deutlich stärkere Beschwerden beim nächsten Pollenflug als AllergikerInnen, deren Nasensekret nur wenig Botenstoff enthielt.

 

Zu diesem Ergebnis kamen WissenschaftlerInnen von UNIKA-T, einem Forschungsverbund des Helmholtz Zentrums und der Technischen Universität in München. Die Botenstoffe sind „pollenspezifische Immunglobuline“, also Antikörper gegen die jeweiligen Pollen.

 

Dabei könnten die Botenstoffe zukünftig helfen:

  1. Die Erkrankten leichter zu finden, denen eine Behandlung am besten nutzt.
  2. Besser zu verstehen, wie eine Allergie entsteht und was davor schützt.
  3. Herauszufinden, welche Vorgänge im Körper die Symptome genau hervorrufen.

 

„Dies wäre ein möglicher Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Medikamente“, sagt Biochemiker Mehmet Gökkaya vom Institut für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München.

 

 

Abbildung: PXHERE 2017, CC0 Public Domain

Text: ch/ktg

Letzte Aktualisierung: 18.05.2020

 

Quelle

HelmholtzZentrum. „Richtiger Riecher“: Nasale Biomarker für die Vorhersage der Symptomstärke bei Pollen-Allergikern und Nichtallergikern bestimmt. Helmholtzzentrum München, Pressemitteilung vom 30.04.2020.

 

Originalpublikation

Gökkaya M. Defining biomarkers to predict symptoms in subjects with and without allergy under natural pollen exposure. J Allergy Clin Immunol. 2020;pii:S0091-6749(20)30419-X.