17. Dezember 2018
Allergien im Advent

Wer unter Heuschnupfen leidet, freut sich meist auf die kalte Jahreszeit: Die Pollensaison geht zu Ende und die Beschwerden lassen nach. Doch der Winter ist keineswegs eine allergenarme Zeit. Vieles, was typisch für die Advents- und Weihnachtszeit ist, kann Allergien auslösen oder verstärken.

1. Plätzchen, Lebkuchen, Schokolade

In zahlreichen Leckereien stecken Haselnüsse. In Mitteleuropa zählen sie zu den Baumnüssen, die am häufigsten eine Allergie auslösen. Vor allem Kinder leiden unter der primären Nahrungsmittelallergie gegen Haselnüsse. Sie haben oft ausgeprägte Haut,- Magen-Darm oder Atembeschwerden. Tritt die Allergie erst im Erwachsenenalter auf, sind die Symptome meist schwächer. Der Auslöser kann dann eine Allergie gegen die Pollen von Birke, Hasel oder Erle sein. Manchmal bleibt die Pollenallergie sogar unentdeckt. Entsteht aus ihr eine sogenannte Kreuzallergie, reagieren viele Betroffene plötzlich auf Haselnüssen allergisch: Lippe, Zunge oder Gaumen kribbeln, werden taub und/oder schwellen an.

  • Tipp: Bei der Kreuzallergie werden manchmal geröstete Haselnüsse vertragen, rohe Haselnüsse aber nicht. Ob das im individuellen Fall zutrifft, klären Sie bitte mit einem Allergologen.

Wer selber backt, kennt die Zutaten: Ein beliebtes Rezept für nussfreie Plätzchen finden Sie hier.

2. Gewürze

Weihnachtliche Gewürze wie Anis und Koriander aber auch Kümmel können Beifußpollen-Allergikern Probleme bereiten. Beifußpollen sind typische Verursacher von Heuschnupfen im Spätsommer. Da Beifuß-ähnliche Allergene auch in Anis und Co. stecken, sind die Würzstoffe für viele Betroffene tabu. Besteht gleichzeitig noch eine Allergie gegen Sellerie sprechen Ärzte vom Beifuß-Sellerie-Gewürz-Syndrom. Es macht sich unter anderem durch Beschwerden im Mund oder im Rachen bemerkbar.

Auch Zimt birgt ein gewisses Risiko. Zwar spricht aus allergologischer Sicht nichts gegen den Verzehr von Zimt. Bei intensivem Hautkontakt mit den im Gewürz enthaltenen Zimtölen kommt es aber manchmal zur Kontaktallergie mit juckenden Hautausschlägen. Am ehesten sind davon Bäcker und Konditoren betroffen. Besonders das im Öl enthaltene Zimtaldehyd ist als Allergieauslöser bekannt. Es findet sich auch als (synthetischer) Duftstoff in Kosmetik, Zahnpasta und Reinigungsmitteln und verursacht bei sensibilisierten Menschen Kontaktallergien an der Haut und der Schleimhaut.

3. Winterliche Gerichte

Sauerkraut, konservierter Fisch, Räucherschinken: Im Winter werden traditionell gegärte, gereifte und länger gelagerte Nahrungsmittel verzehrt. Diese enthalten – ebenso wie Rotwein – viel Histamin, das in hoher Konzentration bei manchen eine Unverträglichkeit auslöst. Entgegen verbreiteter Vorstellungen handelt es sich dabei nicht um eine Allergie, auch wenn Beschwerden wie Fließschnupfen oder verstopfte Nase, Magen-Darm-Symptome oder Nesselsucht es vermuten lassen. Die Ursachen der Unverträglichkeit sind unklar, diskutiert wird ein Mangel oder eine verminderte Aktivität der Histamin-abbauenden Enzyme. Eventuell spielen auch weitere Faktoren wie Alkohol, Medikamente oder Darmbakterien eine Rolle.

  • Empfehlung: Gehen Sie bei Verdacht auf eine Histaminunverträglichkeit zum Allergologen, um andere Erkrankungen auszuschließen. Eine dreiwöchige histaminarme Diät kann helfen, die Diagnose zu sichern. Bestätigt sich der Verdacht, sollte man aber keine Dauer-Diät einhalten, sondern immer wieder auch histaminhaltige Lebensmittel essen, um zu testen, ob sich eine Verträglichkeit einstellt.

4. Weihnachtsstern

Die Pflanze mit den leuchtend roten Blättern ist eine typische Weihnachtsdekoration, aber für Latexallergiker ungeeignet. Der Grund: Die Eiweiße des Weihnachtssterns sind ähnlich aufgebaut wie Latex-Eiweiße und können daher bei sensibilisierten Menschen einen allergischen Schnupfen und/oder eine Bindehautentzündung hervorrufen. Dazu müssen die Blätter nicht einmal berührt werden. Oft genügt es, sich im Zimmer mit der Pflanze aufzuhalten, da sich die Pflanzen-Allergene auch über den Hausstaub verbreiten.

  • Alternative: Weichen Sie auf andere Dekorationen oder Mitbringsel aus. Wissenswert: Latexallergiker sollten auch Pflanzen wie Christusdorn, Birkenfeige, Gummibaum, Immergrün und Oleander meiden.

5. Kälte

Kälte und trockene Heizungsluft verstärken einige allergische Erkrankungen: Die ohnehin schon trockene Haut bei Neurodermitis wird zusätzlich gestresst. Sie verliert Feuchtigkeit und entwickelt leichter Ekzeme und Juckreiz. Kälte kann auch Allergiker mit gemischtförmigem Asthma belasten. Ihre überempfindlichen Bronchien werden durch die kalte Luft gereizt, es kommt leichter zum Asthmaanfall. Schließlich beobachten auch viele Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie, dass sich ihre Symptome zu Beginn der Heizperiode verschlechtern. Zwar sterben Milben durch Trockenheit ab, doch das Heizen wirbelt die allergieauslösenden Milbenpartikel und den Milbenkot auf und sie werden vermehrt eingeatmet.

Hier finden Sie Tipps, die bei Neurodermitis und Hausstaubmilbenallergie helfen.